KFM: Hochverzinsliche Unternehmensanleihen sind die letzten Zinsoasen gegen die verordnete EZB-Zinsarmut. Emittenten mit Potenzial einer Bonitätsverbesserung stehen im Fokus.

18. Okt 2017

KFM: Hochverzinsliche Unternehmensanleihen sind die letzten Zinsoasen gegen die verordnete EZB-Zinsarmut. Emittenten mit Potenzial einer Bonitätsverbesserung stehen im Fokus.

Hans-Jürgen Friedrich

Die Zinsen sind faktisch abgeschafft. Gibt es überhaupt noch ein paar Zinsoasen, in denen man Rendite findet? Sind Anleihen des deutschen Mittelstandes eine geeignete Möglichkeit? Antworten von Hans-Jürgen Friedrich, Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG

Neuausrichtung der Wertpapieranlagen schon seit 2016 notwendig.

Institutionelle Anleger und Vermögensmanager hatten bereits Anfang 2016 damit begonnen die Wertpapieranlagen neu auszurichten. Sie zogen sich seit letztem Jahr aus niedrig verzinsten Staatsanleihen und Unternehmensanleihen im Investmentgrade zurück und schichten auch in hochverzinsliche Unternehmensanleihen um. Allerdings werden nur die Anleihen von Emittenten ausgewählt, die ein erfolgreiches Geschäftsmodell betreiben und bei denen die Wahrscheinlich sehr hoch ist, dass sich die Bonität der Unternehmen verbessert. Der Grund dafür: Die Investoren sind auf der Suche nach stabilen, nachhaltigen Erträgen. Auch hier ist die Auswahlmöglichkeit von Papieren überschaubar geworden.

Auch Unternehmensanleihen des Mittelstands werden verstärkt geprüft.

Die Rahmenbedingungen für eine weitere erfolgreiche Entwicklung deutscher Unternehmen sind besser, als die Berichte es vermuten lassen. Solide Finanzstrukturen und gute geschäftliche Entwicklungen sorgten auch in 2016 dafür, dass Unternehmensanleihen des Mittelstands als attraktive Anlage galten. Viele Experten sehen in diesem Anlagesegment weiterhin eine Marktchance. Dafür sprechen insbesondere zwei Gründe:

1. Viele Unternehmen sind solide aufgestellt und profitieren von der Niedrig- bzw. Negativzinspolitik der EZB. Seitdem die EZB auch dazu übergegangen ist, Unternehmensanleihen aufzukaufen, ist die Nachfrage nach hochverzinslichen Unternehmensanleihen gestiegen und die Renditen gefallen.

2. Die aktuelle Ausfallrate in diesem Anleihesegment ist auf 2,0 % gefallen und eine Ausweitung dieser Ausfallrate ist aufgrund des erwarteten konjunkturellen Umfeldes sowie der soliden finanziellen Aufstellung der Unternehmen eher unwahrscheinlich.

Emissionen von Unternehmensanleihen gelten seit langem als Finanzierungsinstrument …

Unternehmensanleihen des Mittelstandes werden schon seit 1950 als alternative Finanzierungsform genutzt. Der Spiegel berichtete in seiner Ausgabe am 12.09.1956 über die erfolgreiche Platzierung von Anleihen. Hier werden bekannte Adressen wie Bosch, Feldmühle oder die Hamburgischen Elektrizitätswerke genannt. Die Emissionsvolumen lagen in der Größe zwischen 25 Mio. und 40 Mio. DM. Die Zinskupons mit 8% waren damals doppelt so hoch wie die auf den Sparkonten. Die Emissionen wurden damals in wenigen Stunden vollständig bei vielen privaten Anlegern platziert. Banken meldeten damals, dass tausende Anleger vom „Schalterbeamten“ abgewiesen werden mussten und leer ausgingen.

… und werden seit Einführung von BASEL III verstärkt genutzt!

Auch heute nutzen viele mittelständische Unternehmen den Kapitalmarkt, um sich Finanzierungsmittel zu beschaffen. Tendenz steigend. Die BASEL III – Regeln (mittlerweile wird die Einführung von BASEL IV geplant) zwingen die Unternehmen weitere Finanzierungsquellen zu nutzen. Strenge Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften sowie harte Bewertungsrichtlinien bei der Beurteilung von Sicherheiten haben dazu geführt, dass die Banken nicht mehr in dem Maße Unternehmen mit Krediten versorgen können wie in der Vergangenheit.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s veröffentlichte im August 2013 die Ergebnisse einer Studie. Es wurde festgestellt, dass bis Ende 2018 in Europa ein Gesamtvolumen von 3,5 Billionen Euro nicht mehr über Kredite finanziert werden kann und deshalb andere Finanzierungsalternativen genutzt werden müssen. Die Politik hat hierauf bereits reagiert. Mit der Richtline „Bildung der Kapitalmarktunion“ sollen die Zugangsbedingungen auf den Kapitalmärkten für mittelständische Unternehmen verbessert werden.

Auf den Aktienmärkten haben sich mit dem M-Dax und dem S-Dax zwei Segmente des Mittelstandes etabliert und sind den Aktieninvestoren bestens bekannt. Neben diesen Segmenten finden sich noch zahlreiche andere Aktien mittelständischer Unternehmen im Freiverkehr.

Unternehmensanleihen sind wichtige Finanzierungsmöglichkeit und eine attraktive Anlageform…

Nach wie vor stellt der Anleihenmarkt das größte Marktsegment an den Börsen dar, auf dem sich die Unternehmen finanzieren. Der Mehrheit der Öffentlichkeit sind die Industrieanleihen wie z.B. VW, Siemens oder Lufthansa bestens bekannt. Unternehmensanleihen vom mittelständischen Unternehmen, die zum Teil von „Hidden Champions“ angeboten werden, sind eher unbekannt. Diese Unternehmensanleihen werden, wie auch die Aktien des Mittelstandes, in unterschiedlichen Marktsegmenten angeboten, gelistet und anschließend gehandelt. Die Mehrzahl dieser Emissionen ist und bleibt eine wichtige Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen und auch eine attraktive Anlageform für Investoren.

… aber auf eine gewissenhafte Auswahl und Überwachung kommt es an.

Bei allen Anlageklassen, ob Immobilien, Oldtimer, Aktien oder Anleihen kommt es vor dem Investment auf eine sorgfältige Prüfung an. Und anschließend muss die Wertanlage auch gepflegt werden. Die KFM Deutsche Mittelstand AG hat sich auf die Auswahl von Unternehmensanleihen des Mittelstands spezialisiert. Per 30.09.2017 befinden sich 257 Adressen mit einem Gesamtemissionsvolumen von rund 75 Mrd. Euro auf dem Monitor.

Spezialisierte Investmentsfonds mit Charme des Besonderen

Für Anleger, die an den attraktiven Renditen von Unternehmensanleihen und Aktien des Mittelstands partizipieren wollen und den zeitintensiven Aufwand der Prüfung und Überwachung von Einzelinvestments nicht eingehen wollen, eignen sich Mittelstand-Fonds. Mit geeigneten Analyse- und Überwachungsverfahren werden Anleihen oder Aktien von Experten ausgewählt, die über ein attraktives Chancen-/Soliditätsprofil verfügen und anschließend gewissenhaft überwacht. Der Anleger profitiert darüber hinaus von einer breiten Streuung in verschiedene Titel. Professionelle Investoren und Stiftungen nutzen verstärkt solche Investmentfonds als Beimischung.

Hans-Jürgen Friedrich
Vorstand - KFM Deutsche Mittelstand AG
Rathausufer 10 - 40213 Düsseldorf
www.kfmag.de
www.dma-fonds.de
0211 210 737 40
hj.friedrich@kfmag.de

Hans-Jürgen Friedrich ist Gründer und Vorstand der KFM Deutsche Mittelstand AG und verantwortet die strategische Steuerung und Organisation. Er ist operativ für Marketing, Kommunikation und Vertrieb verantwortlich. Seit 2013 ist er Mitglied im Anlageausschuss des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS und dessen Vorsitzender.