Exit-News aus dem Deutsche Börse Venture Network

21. Feb 2017

Exit-News aus dem Deutsche Börse Venture NetworkVier Exits, drei unterschiedliche Ziele

Deutsche Börse Venture Network® agiert mit Fokus auf etablierte, stark wachsende Start-ups. Zahlreiche seiner Mitglieder sind in Reichweite eines Exits. Vier haben ihn bereits erfolgreich absolviert und machen anderen Unternehmen vor, wie es gehen kann. Der Ausstieg ist oft ganz unterschiedlicher Natur.

Titel: Deutsche Börse Venture Network®: Your place for growth

Der Wettbewerber wird zum Investor: BillPay und Foodpanda

Die Nummer eins übernimmt die Nummer zwei: Anfang Februar sorgte die Übernahme von BillPay durch Klarna für Aufsehen. Beide Unternehmen sind als Anbieter von Zahlungsdienstleistung für den Onlinehandel auf dem deutschen Markt aktiv. Klarna war mit 15 Mio. Nutzern bereits vor der Übernahme Marktführer, BillPay mit 12 Mio. Nutzern knapp dahinter. Nun gelingt den Investoren von BillPay, das seit Juni 2015 Mitglied im Deutsche Börse Venture Network ist, durch die Akquisition der Exit.

Die Übernahme von BillPay durch Klarna war nicht die erste mit einem Wettbewerber für ein Unternehmen aus dem Deutsche Börse Venture Network. Im Dezember titelte die Presse: „Delivery Hero schluckt Foodpanda“. Bis dahin hatten sich die beiden Start-ups den Markt für Lieferdienstvermittlungen friedlich geteilt. Foodpanda – seit September 2015 Mitglied im Deutsche Börse Venture Network – konzentrierte sich auf aufstrebende Länder wie Indien und Bangladesch, Delivery Hero bediente schwerpunktmäßig Industrieländer wie Deutschland oder Südkorea.

Ende vergangenen Jahres tätigte Investor Rocket Internet schließlich bei Foodpanda den Exit. Wie beim Klarna-BillPay-Deal übernahm auch in diesem Beispiel mit Delivery Hero das größere Unternehmen den kleineren Konkurrenten. Delivery Hero ist seitdem in 47 Ländern aktiv und wickelt pro Monat mehr als 20 Mio. Bestellungen ab.

Der strategische Investor klopft an: Smaato

Eine strategische Investition wie sie im Buche steht: Im Juni vergangenen Jahres verkündete die Spearhead Integrated Marketing Communications Group mit Sitz in Peking die Übernahme des Start-ups Smaato – für 148 Mio. US$. Letzteres Unternehmen ist seit Oktober 2015 Teil des Deutsche Börse Venture Network und bietet eine Plattform für Werbung in Apps an.

Die Übernahme von Smaato ermöglichte dem Werbekonzern Spearheard den Zugang zu drei wichtigen strategischen Bereichen: erstens die Möglichkeit der Expansion außerhalb von China, zweitens der Zugang zu einer Vielzahl von mobilen Nutzern und drittens die Erweiterung der eigenen Produktpalette. Zudem konnte Smaato das Know-how des neuen Investors für schnelles Wachstum auf dem chinesischen Markt nutzen. Dadurch wird deutlich: In diesem Fall stand weniger der gewinnbringende Verkauf von Beteiligungen als die Nutzung von Synergien im Fokus.

Die Börsenglocke läutet: va-Q-tec

Ende September reckte Joachim Kuhn, CEO des Dämmstoffherstellers va-Q-tec, eine bronzene Glocke in die Höhe und läutete das Börsenzeitalter für sein Unternehmen ein. va-Q-tec war das erste Unternehmen aus dem Deutsche Börse Venture Network, das den Weg an die Börse wagte. Der Mut wurde belohnt: Die Erstnotiz der Start-up-Aktie lag 1,70 € über dem Ausgabepreis. Insgesamt konnte va-Q-tec 46 Mio. € frisches Kapital einsammeln. Das Unternehmen war schon ein Jahr vor dem Börsengang zum Deutsche Börse Venture Network gestoßen und konnte so frühzeitig Kontakt zu Investoren herstellen.

Fazit: Exit-Strategien unterschiedlicher Natur im Venture Network

Gewinnmitnahme, Synergienutzung oder Kapitalspritze: Den drei Exit-Beispielen liegen jeweils unterschiedliche Interessen zugrunde. Foodpanda, Smaato und zuletzt BillPay zeigen aber, dass Deutsche Börse Venture Network nicht nur auf IPOs ausgelegt ist – auch wenn der Börsengang von va-Q-tec für alle Seiten äußerst erfreulich war.

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