„Watched VI“ - Deutsche Börse Photography Foundation und C/O Berlin laden zum Vortrag „Seeing Machines“ mit James Bridle ein

Datum: 13. Apr 2017 | Deutsche Börse Photography Foundation

„Watched VI“ - Deutsche Börse Photography Foundation und C/O Berlin laden zum Vortrag „Seeing Machines“ mit James Bridle ein

Die Deutsche Börse Photography Foundation und C/O Berlin laden zur letzten Veranstaltung der Reihe „Watched!“ Surveillance, Art & Photography ein. Am 20. April 2017 hält der britische Künstler James Bridle einen Vortrag mit dem Titel „Seeing Machines“. Die Veranstaltung findet bei C/O Berlin im Amerika Haus in Berlin statt.

James Bridle erforscht in seinen künstlerischen Arbeiten, Texten und Vorträgen zeitgenössische Prognose- und Automatisierungstechnologien als Teil unseres alltäglichen Lebens. Dabei betrachtet er z.B. die Arbeit von Geheimdiensten, die Einwanderungspolitik und das Thema Überwachung. In seinem Vortrag „Seeing Machines“ diskutiert er neue ästhetische Formen und Technologien, deren Strukturen für den Menschen heutzutage kaum noch zu entschlüsseln sind. Um wenig sichtbare Kontrolltechnologien bewusst zu machen und das Ausmaß zensierender Schwärzungen in CIA-Dokumenten zu visualisieren, erstellt er farbige graphische Darstellungen oder zeichnet den Schatten einer Überwachungsdrohne nach. In seinen investigativen Arbeiten thematisiert er Formen des Widerstands gegenüber algorithmischen Systemen und entwickelt neue Bilder im Zeitalter des Computers. Die Veranstaltung bildet den Abschluss zur Veranstaltungsreihe Watched! Surveillance, Art & Photography, die im Juni 2016 begann.

James Bridles künstlerische Arbeit Homo sacer (2014) ist Teil der gleichnamigen Ausstellung Watched! Surveillance, Art & Photography und wird noch bis zum 23. April 2017 bei C/O Berlin präsentiert.

James Bridle ist ein britischer Autor, Künstler, Publizist und Informatiker aus London. Er arbeitet und lebt in Athen. Bridle hat zahlreiche journalistische sowie theoretische Texte in Online- und Printmedien veröffentlicht und ist mit seinen Werken in internationalen Institutionen und Museen präsent, darunter im Barbican Center und im Victoria & Albert Museum in London, im Laboral in Gijón, im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, im National Arts Centre in Tokio sowie im Rahmen des Lighthouse Brighton Festivals, der Mailänder Design Messe, der Bienal Internacional de Curitiba und der Istanbul Design Biennial. Er ist aktiver Teilnehmer des zeitgenössischen Diskurses zum Thema Überwachung. Bridle hält weltweit Vorträge und war als Dozent an der Goldsmiths University in London tätig.

Überwachung ist längst zu einem großen gesellschaftlichen Thema geworden. Soziologen, Psychologen, Juristen, Politiker und Künstler setzen sich mit den unterschiedlichen Überwachungsformen und ihren Auswirkungen auf ganze Gruppen und das Individuum auseinander. Sie konzentrieren sich dabei nicht nur auf Fragen der Privatsphäre und der potenziellen Bedrohung von Einzelnen durch staatliche und private Überwachung, sondern gehen kritisch und spielerisch mit verschiedenen Formen der alltäglichen Beobachtung als konstitutivem Teil unseres sozialen Lebens um. Angesichts dieser allumfassenden Entwicklung stellt sich die Frage: Welche Auswirkungen hat dies auf uns? Auf welche Weise spiegeln sich diese Entwicklungen in künstlerischen Arbeiten wider? Und wie können zeitgenössische Kunst und Medientheorie zu einem besseren Verständnis unserer modernen Überwachungsgesellschaft beitragen?

Mit der Veranstaltungsreihe „Watched! – Surveillance Art & Photography“ widmen sich die Deutsche Börse Photography Foundation und C/O Berlin den unterschiedlichen Überwachungsformen und ihren Auswirkungen und präsentieren unterschiedliche Kommentare und Reaktionen von Seiten der zeitgenössischen Kunst sowie Medienexperten.

Der Vortrag findet auf Englisch statt.

Deutsche Börse Photography Foundation

Die Deutsche Börse Photography Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt. Die Schwerpunkte der Stiftungsaktivitäten liegen im Bereich Sammeln, Ausstellen und Fördern von zeitgenössischer Fotografie. Im Jahr 1999 hat die Gruppe Deutsche Börse mit dem Aufbau ihrer Sammlung zeitgenössischer Fotografie begonnen. Der weitere Ausbau der Art Collection Deutsche Börse, die aktuell mehr als 1.700 Arbeiten von über 100 internationalen Künstlern umfasst, gehört zu den zentralen Aufgaben der Stiftung. Die Sammlung und ein wechselndes Ausstellungsprogramm sind öffentlich zugänglich. Gemeinsam mit der Photographers' Gallery in London vergibt die Foundation jährlich den renommierten Deutsche Börse Photography Foundation Prize. Weitere Schwerpunkte sind die Nachwuchsförderung, die Unterstützung von Ausstellungsprojekten internationaler Museen und Institutionen sowie der Ausbau von Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch über das Medium.