Einführung von T7 Release 10.0

Datum: 29. Apr 2021

026/2021 Einführung von T7 Release 10.0Xetra-Rundschreiben 026/21

1. Einführung

Die Deutsche Börse plant, T7 Release 10.0 am 22. November 2021 für die Handelsplätze Xetra und Börse Frankfurt einzuführen. Der Start der Simulation für T7 Release 10.0 ist für den 13. September2021 geplant.

Dieses Rundschreiben informiert die T7-Handelsteilnehmer über den Zeitplan für das T7 Release 10.0, den geplanten Umfang und den Kommunikationsplan.

Die folgenden Erweiterungen werden in T7 Release 10.0 eingeführt:

  • Einführung des Multi-Currency-Handels für ETFs und ETPs 
  • Handelszeitverlängerung für Börse Frankfurt
  • “Self-Match Prevention” (SMP) und “Matching Cascades”
  • Einführung des „Automated Corridor Expansion Volatility Model“
  • Erweiterungen des Handelsmodells Fortlaufende Auktion mit Market Maker
  • SFTP-Up-/Download-Funktionalität für die Meldung von Nicht-MiFIR-Transaktionen (Art. 26 (5) MIFIR)
  • SFTP-Upload-Funktionalität für Short Codes und AlgoIDs
  • Trading Sessions für die T7 FIX LF-Schnittstelle

Bitte beachten Sie, dass T7 Release 10.0 weder in ETI noch in FIX rückwärtskompatibel sein wird und dass einige der beschriebenen funktionalen Änderungen einer regulatorischen Genehmigung bedürfen.

Start der Simulation:         13. September 2021
Start der Produktion:         22. November 2021

2. Erforderliche Tätigkeiten    

Die Handelsteilnehmer werden gebeten, die vorbereitenden Schritte für die Software-Readiness für das neue T7 Release 10.0 am 22. November 2021 einzuleiten. Dies schließt die Bereitschaft von ETI- und FIX-Implementierungen ein, da für T7 Release 10.0 keine Rückwärtskompatibilität angeboten wird.

3. Details von T7 Release 10.0

A.    Einführungszeitplan und Kommunikationskalender

Der Einführungszeitplan im Anhang gibt einen Überblick über den zeitlichen Ablauf.

Der Kommunikationskalender listet alle wichtigen Termine auf, an denen Dokumente für T7 Release 10.0 veröffentlicht werden, einschließlich bestehender Dokumente, die für T7 Release 10.0 überarbeitet werden.

Im Juli 2021 wird die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB®) die detaillierten vorläufigen Release Notes veröffentlichen, in denen die funktionalen und technischen Erweiterungen aufgelistet sind, die in T7 Release 10.0 verfügbar sein werden.

Die Deutsche Börse wird eine dedizierte Simulationsumgebung zur Verfügung stellen, um Handelsteilnehmern und Independent Software Vendors (ISVs) die Möglichkeit zu geben, ihre Handelsanwendungen unabhängig von der T7-Produktion umfassend zu testen.

Neben der T7-Release-Simulation können Handelsteilnehmer auch die T7-Cloud-Simulation nutzen, die es Handelsteilnehmern und ISVs ermöglicht, gegen die aktuellen T7-Produktions- und Simulationssoftware-Versionen zu testen. In dieser Umgebung können die Handelsteilnehmer vordefinierte Marktszenarien initiieren und spezifische Strategien einfacher testen als in einer gemeinsam genutzten Umgebung. Die T7 Cloud-Simulation ist permanent (24/7) zu einem festen Preis pro Stunde verfügbar und über eine SSL-verschlüsselte Internetverbindung zugänglich. Die T7-Cloud-Simulation startet im Vorfeld der üblichen Release-Simulation. Weitere Informationen zur T7-Cloud-Simulation finden Sie auf der Xetra-Website www.xetra.com unter folgendem Link:

B.  Umfang von T7 Release 10.0

Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über die Funktionserweiterungen, die in T7 Release 10.0 eingeführt werden.

Einführung des Multi-Currency-Handels für ETFs und ETPs 

ETFs und ETPs werden am Handelsplatz Xetra bereits in verschiedenen Währungen gehandelt. Voraussetzung ist, dass sich ein Teilnehmer für die Handelswährung registriert hat. Jede ISIN wird in einer bestimmten Handelswährung gehandelt. Ab T7 Release 10.0 wird T7 Xetra die Möglichkeit bieten, die gleiche ISIN in mehreren Handelswährungen als dedizierte Einzelinstrumente zu handeln. Das bedeutet, dass sich ein Instrument auf eine bestimmte ISIN/Währungskombination beziehen wird. Diese Funktionalität ist zunächst für ETFs und ETPs geplant. Teilnehmer, die bereits für eine Handelswährung registriert sind oder sich registrieren werden, können die neue Funktionalität nutzen.

Handelszeitverlängerung für Börse Frankfurt

Mit der Einführung von T7 Release 10.0 wird die technische Voraussetzung geschaffen, den Handel aller am Handelsplatz Börse Frankfurt gelisteten Instrumente bis 22:00 Uhr MEZ zu ermöglichen.

Derzeit endet der Handel für Instrumente der Börse Frankfurt Zertifikate um 22:00 Uhr MEZ. Geschäfte in diesen Instrumenten werden alle bilateral ohne einen Zentralen Kontrahenten abgewickelt. Für Aktien- und ETF/ETP-Instrumente der Börse Frankfurt, unabhängig davon, ob sie bilateral oder über einen Zentralen Kontrahenten abgewickelt werden, ist vorgesehen, mit oder nach der Einführung von T7 Release 10.0 die Handelszeit ebenfalls auf 22:00 Uhr MEZ zu verlängern. 

Eine wesentliche Voraussetzung für diese Verlängerung ist, dass das Clearing über den Zentralen Kontrahenten für alle Geschäfte bis 22:00 UHR MEZ sichergestellt ist. Mit der Einführung einer neuen Cash-Equity-Clearing-Plattform bei Eurex Clearing, die im September 2021 in Betrieb gehen soll, wird derzeit erwartet, dass dies möglich sein wird.

Self-Match Prevention (SMP) und Matching Cascades

Ab T7 Release 10.0 wird die SMP-Funktionalität für T7 Xetra angepasst, um Matching Cascades im Kontext von SMP-Events zu ermöglichen. Darüber hinaus wird es möglich sein, FOK-Orders über die SMP-Funktionalität einzugeben.

Diese Erweiterung wird es ermöglichen, dass eine aggressiv eingehende SMP-Order oder ein Quote weiter in die nächsten Preisstufen gematcht wird (sofern Menge und Limit dies zulassen), auch wenn ein SMP-Ereignis auf einer vorherigen Preisstufe aufgetreten ist. 

Im Gegensatz zu heute wird eine verbleibende Restmenge einer aggressiv eingehenden regulären Order oder Quote mit einer SMP-ID, die nach Abschluss der Matching Cascade - ggf. mit SMP-Ereignissen - übrig bleibt, entsprechend der jeweiligen Ordergültigkeit und/oder Order-Restriktion verarbeitet. Das heißt, es wird entweder in das Buch geschrieben oder storniert. 

Abgesehen von der Mengenreduzierung, die durch das SMP-Ereignis verursacht wird, unterscheidet sich der Matching-Prozess einer Order mit einer SMP-ID nicht von einer Order ohne eine SMP-ID.

Jedes SMP-Ereignis wird auf jeder Preisebene separat gemeldet, so dass Kunden ausgeführte Mengen von stornierten Mengen für eingehende Orders oder Quotes oder gelöschten Mengen für Sitting Orders oder Quotes unterscheiden können. Dies wird zu Änderungen in den ETI- und FIX-Order-bezogenen Nachrichten führen, die nicht rückwärtskompatibel sind.

Einführung des „Automated Corridor Expansion“-Volatilitätsmodells

Beginnend mit T7 Release 10.0 wird T7 Xetra das „Automated Corridor Expansion“ (ACE)-Volatilitätsmodell im Handelsmodell Fortlaufender Handel mit Auktionen einführen. Der bisherige Volatilitätsmechanismus wird auch weiterhin zur Verfügung stehen. Deutsche Börse wird das Volatilitätsmodell definieren, das jedem Instrument zugeordnet wird.

Im ACE-Volatilitätsmodell werden die Preiskorridore für Volatilitätsunterbrechungen in bestimmten Zeitintervallen automatisch erweitert, um aufeinanderfolgende größere Preisabweichungen vom Referenzpreis zu ermöglichen. Die für die jeweilige Aufrufphase geltenden Preiskorridore werden vordefiniert und dem Markt bekannt gegeben. Zusätzlich kann die Börse weitere Preisqualitätskriterien für die Auflösung von Volatilitätsunterbrechungen definieren.

Erweiterungen im Handelsmodell Fortlaufende Auktion mit Market Maker

Ab T7 Release 10.0 werden die Instrumentenhüllen im Handelsmodell Fortlaufende Auktion mit Market Maker an der Börse Frankfurt Zertifikate angeboten sowie die Möglichkeit der Zuordnung von Quotierungszeiträumen durch Emittenten für Instrumente, die im Handelsmodell Fortlaufende Auktion mit Market Maker gehandelt werden. Der Prozess zur Aktivierung der Instrumentenhüllen wird demjenigen ähneln, der mit T7 Release 9.1 für das Handelsmodell Fortlaufende Auktion mit Spezialist eingeführt wird.

SFTP Up/Download-Funktionalität für Nicht-MiFIR-Transaktionsmeldungen (Art. 26 (5) MIFIR)

Die Deutsche Börse AG hat ihr Regulatory Reporting Business an MarketAxess verkauft (Pressemitteilung). Im Anschluss daran werden sich die DBG-Tochtergesellschaften Frankfurter Wertpapierbörse und Eurex Frankfurt AG von der technischen Infrastruktur des Regulatory Reporting Hub (RRH) trennen. Als Teil dieses Migrationsprozesses wird der derzeitige Axway/RRH SFTP-Server, der für den Up-/Download von Daten von Nicht-MiFIR-Handelsteilnehmern genutzt wird, ersetzt. 

Nicht-MiFIR-Mitglieder müssen ihre Up-/Download-Prozesse auf die Common Upload Engine (CUE) / Common Report Engine (CRE) migrieren. Die CUE wird als zentraler Punkt für die Uploads der Handelsteilnehmerdaten implementiert. CUE und CRE sind SFTP-Server und die jeweilige Kontoverwaltung wird in der Member Section erfolgen. Darüber hinaus wird der Ablauf und die Struktur der Berichterstellung optimiert. Weitere Informationen werden in Kürze in einem weiteren Xetra-Rundschreiben bekannt gegeben.

SFTP-Upload-Funktionalität für Shortcodes und AlgoIDs 

Die Deutsche Börse AG wird die Common Upload Engine (CUE) als zentralen Punkt für den Upload von Handelsteilnehmerdaten implementieren. Die CUE ist ein SFTP-Server und die entsprechende Kontoverwaltung wird in der Member Section analog zur Common Report Engine (CRE) erfolgen. 

Der derzeit genutzte SFTP-Server für Shortcode- und AlgoID-Uploads wird auf den CUE migriert. Daher sind Handelsteilnehmer, die den aktuellen SFTP-Server nutzen, angehalten, ihre Upload-Prozesse bis zum T7 Release 10.0 auf die CUE zu migrieren.

Trading Sessions für die T7 FIX LF-Schnittstelle

Back Office Sessions für die T7 FIX LF-Schnittstelle wurden ursprünglich zusammen mit T7 Release 9.0 eingeführt.  In Verbindung mit T7 Release 10.0 wird Xetra auch die entsprechenden T7 FIX LF Trading Sessions einführen. Wie die T7 FIX LF Back Office Sessions werden auch die T7 FIX LF Trading Sessions parallel zu den bestehenden FIX Gateway Trading Sessions angeboten werden. Die FIX LF-Schnittstelle wird nach Übergangsphasen die bestehende FIX-Gateway-Schnittstelle endgültig ersetzen. Weitere Informationen zu den Übergangsphasen sowohl für die T7 FIX LF Backoffice- als auch für die T7 FIX LF Trading-Sessions sowie zur Einstellung des bestehenden FIX Gateways finden Sie im Xetra-Rundschreiben 011/21.

Anhang:

  • Einführungszeitplan, Kommunikationskalender

Weitere Informationen

Empfänger:

Alle Xetra®- und Börse Frankfurt-Teilnehmer und Vendoren

Zielgruppen:

 

Handel, Technik,  Systemadministratoren, Benannte Personen, Allgemein

Kontakt:

 

client.services@deutsche-boerse.com 

Verweis auf Rundschreiben:

 

Xetra-Rundschreiben 011/21

Web:

 

www.xetra.com

Autorisiert von:

 

Michael Krogmann, i.A. Holger Patt