87 Mio. € für Emergence in Duisburg

07. Dez 2021

87 Mio. € für Emergence in Duisburg

Mit 87 Mio. € erhält die Emergence Therapeutics AG die bislang zweithöchste Serie-A-Finanzierung in der deutschen Biotechnologie-Branche. Das Duisburger Unternehmen entwickelt neuartige Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) gegen Krebserkrankungen, die derzeit kaum oder nur unzureichend behandelt werden können.

Dies ist die zweithöchste Serie-A-Finanzierung in der deutschen Biotech-Branche, wobei BioNTech dieses Ranking mit seiner stark USA-getriebenen Serie-A aus dem Jahr 2018 (über 225 Mio. €) weiterhin unangefochten anführt. Die 2019 gegründete Emergence schiebt sich jedoch deutlich vor die Berliner T-Knife (66 Mio. €) und die Essener Abalos therapeutics (43 Mio. €). Damit bestätigt sich ein Trend zu sehr hohen Erstfinanzierungsrunden auch in Deutschland.

Die Unternehmensgründung war durch die Investoren Kurma Partners, NRW.BANK, High-Tech Gründerfonds, Gründerfonds Ruhr und Bpifrance über den Fonds InnoBio 2 sowie eine Förderung aus dem 2 Mrd.-Maßnahmenpaket der Bundesregierung angeschoben worden und verbindet die wissenschaftliche Expertise eines Krebsforschers aus Marseille (Frankreich) mit erfahrenen Biotech-Managern aus Zentraleuropa. Die nun abgeschlossene Runde zeichnet sich durch starken US-amerikanischen Einfluss aus, wurde von Pontifax Venture Capital angeführt und umfasst neben RA Capital Management, OrbiMed Advisors, Surveyor Capital auch die skandinavische Hadean Ventures als neue Investoren zu den bestehenden. Auch das Management beteiligte sich nach Angaben des Unternehmens.

Emergences Hauptprodukt, ETx-22, zielt als ein mit einem Toxin verknüpfter Antikörper auf den Tumormarker Nectin-4. Dieser wurde bei mehreren soliden Tumoren von einer Forschergruppe aus Marseille als spezifischer Marker identifiziert. ETx-22 ist nach Unternehmensangaben nachweislich selektiv für tumorexprimiertes Nectin-4 und verfügt über eine tumorspezifische Dekonjugation. Das heißt sie löst sich nur am vorgesehenen Zielort ab, um dort die zelltoxische Wirkung zu entfalten. Dies soll zu geringeren Nebenwirkungen führen. ETx-22 wird zunächst für Blasenkrebs und dreifach negativen Brustkrebs sowie für bösartige Erkrankungen mit mittlerer und geringer Nectin-4-Expression entwickelt, darunter Eierstock-, Kopf- und Hals- sowie Lungenkrebs. Die Erlöse aus der Finanzierung werden auch die Entwicklung einer Pipeline weiterer ADC-Kandidaten unterstützen.